Junges Potenzial für die Alpen

Mehr Lebensqualität für die Alten ist wichtig für Alt und Jung.

16. Oktober 2019
#Alpen, #alpen, #Fridays for Future, #Neue Generation, #Zukunft

Was es für eine gelungene Kinder- und Jugendbeteiligung in Gemeinden braucht, damit die Lebensqualität insbesondere für die junge Generation erhöht werden kann, wurde auf der diesjährigen Fachtagung des Gemeindenetzwerks „Allianz in den Alpen“ von 20. bis 21.09.2019 in der liechtensteinischen Mitgliedsgemeinde Triesenberg/Malbun diskutiert. 

©Allianz in den Alpen "Die Herausforderungen unserer Zeit sind unbedingt zusammen mit Freunden und Nachbarn anzugehen.“ Mit diesem Plädoyer begrüßt die liechtensteinische Regierungsrätin Dominique Hasler die rund 80 internationalen Tagungsteilnehmer in Malbun. Sie trifft damit genau den Kern des Netzwerks, denn unter dem Motto „Austauschen, Anpacken, Umsetzen“ arbeiten die derzeit rund 280 Gemeinden aus sieben Alpenstaaten an einer aktiven und bürgernahen Umsetzung der Alpenkonvention.

Digitalisierung als Chance betrachten

Mit dem Thema „Zukunftsaussichten“ war die Zusammenkunft geprägt von Vorträgen und guten Beispielen aus dem Bereich der aktiven Kinder- und Jugendbeteiligung. So hat der 16-jährige Michael Schädler von JUBEL Liechtenstein die Anwesenden ermutigt, die Digitalisierung als Chance zu betrachten und digitale Kanäle wie Whatsapp oder YouTube zur zielgruppengerechten Information von jungen Mitbürgern zu nutzen. 

©Allianz in den Alpen Carmen Feuchtner vom Verein Welt der Kinder/AT betonte in Ihrem Vortrag, dass die Beteiligung junger Menschen Zeit und Beständigkeit braucht. Gemeinden sollen sich jedoch nicht entmutigen lassen und am Ball bleiben, da bereits kleine Schritte zum Erfolg führen. Dahingehende, erforderliche Muße von Seiten der Gemeinden wird am Ende belohnt.

Durch die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in die Planungsprozesse der Gemeinde von bspw. Spielplätzen oder einer Pump Track-Anlage, erhöht sich die Akzeptanz derartiger kommunaler Angebote.

Viele eindrucksvolle Projektbeispiele aus Liechtenstein, Frankreich, Österreich, Italien, Slowenien und Deutschland haben verdeutlicht, wie sehr es sich lohnt, wenn Gemeinden Mut haben und ihren Kindern und Jugendlichen einen Raum lassen um sich auszuprobieren und ihr eigenes Umfeld mitzugestalten. Sie erhöhen damit den Kontakt zu ihren jungen Mitbewohnern aber auch deren Eltern und stärken die Identifikation mit der Heimatgemeinde, was besonders in den Abwanderungsregionen des Alpenraums von Bedeutung ist. 

Theorie mit Praxis verknüpfen

Nach intensivem Austausch und fruchtbaren Diskussionen wurde am zweiten Veranstaltungstag die Theorie mit der Praxis verknüpft. In Triesenberg wurde der Gwirbi Co-Working Space besichtigt, der jungen Unternehmern eine Chance bietet, flexibel von ihrer Heimatgemeinde aus arbeiten und sich mit Gleichgesinnten vernetzen zu können. 

Wie Integration in einer Gemeinde funktioniert, beweist das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Liechtenstein. Die Werkstätten des HPZ wie die „Agra“, ein Gemüseanbaugebiet und der Weinberg „Servita“ bieten Menschen eine Perspektive, die aus verschiedensten Gründen keine Arbeitsstelle finden. Unter besonderen Rahmenbedingungen bekommen diese einen Arbeitsplatz und die Gewissheit „Gebraucht zu werden“. 

©Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Integration ist Bestandteil und Voraussetzung einer hohen Lebensqualität in der Gemeinde. Im Projekt PlurAlps zielt das Gemeindenetzwerk darauf ab, eine Willkommenskultur für mehr Attraktivität und sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum zu entwickeln. Die Integration von Kindern und Jugendlichen spielt hierbei eine wichtige Rolle und wurde in einem Workshop der Fachtagung bei regem Austausch diskutiert.

Nicht nur über junge Menschen zu sprechen, sondern auch mit ihnen selbst, war dem Gemeindenetzwerk besonders wichtig. So waren auf der Fachtagung viele junge Teilnehmer vertreten, um den heutigen Gemeindevertretern ihren Standpunkt klar zu machen. Das wichtigste Potenzial der Kinder- und Jugendbeteiligung liegt in der gemeinsamen Arbeit an Zukunftsthemen, wie Klimaschutz, mit der zukünftigen Generation. So finden jungen Menschen ein Gehör, fernab von Klimastreiks und Fridays for Future.

 280 Gemeinden aus sieben Staaten bilden das Netzwerk 

Das Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen» ist ein Zusammenschluss von rund 280 Gemeinden aus sieben Staaten des Alpenraums und besteht seit 1997. Das Netzwerk bietet eine Plattform zum Austausch über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Die Mitglieder setzen sich für eine intakte Natur, ein gesundes Wirtschaften und ein gutes Zusammenleben in den Alpen ein. Sie stellen die Menschen in den Mittelpunkt, haben die Zukunft im Fokus und gehen gemeinsam neue Wege. 

Mehr Informationen gibt es hier



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